
Memory Clinic
Die Memory Clinic führt bei Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Hirnleistungsstörungen eine interdisziplinäre Frühdiagnostik (unter Einbezug von Geriatrie, Neurologie, Neuropsychologie, Neuroradiologie und Psychiatrie) durch. Neben dem Angebot und der Vermittlung von Therapien für beginnende Gedächtnisstörungen steht aber auch die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit komplexen demenziellen Syndromen im Leistungsangebot.
Neue Therapieoption bei Alzheimer: Donanemab (Kisunla)
In der Memory Clinic bieten wir eine moderne Behandlungsmöglichkeit für Patientinnen und Patienten mit früher Alzheimer-Erkrankung an: die Therapie mit Donanemab (Kisunla).
Donanemab gehört zu den sogenannten Antikörpertherapien und zielt darauf ab, krankheitsverursachende Eiweissablagerungen (Amyloid) im Gehirn zu reduzieren. Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
Für wen ist die Therapie geeignet?
Eine Behandlung kommt insbesondere in Frage bei:
Leichter kognitiver Störung (MCI) oder
Leichter Demenz, wenn Alzheimer klinisch wahrscheinlich ist
Die Eignung wird in unserer Memory Clinic individuell und sorgfältig abgeklärt.
Wann ist Vorsicht geboten?
Die Therapie ist nicht oder nur eingeschränkt geeignet, unter anderem bei:
Mittelgradiger oder schwerer Demenz
Laufender Antikoagulation (z. B. DOAK oder Vitamin-K-Antagonisten)
Bestimmten Veränderungen im MRI des Gehirns
Schlecht eingestelltem Bluthochdruck
Früheren Hirnblutungen oder bekannten Blutungsstörungen
Wenn keine MRI-Untersuchung möglich ist
Hinweis: Medikamente wie ASS oder Clopidogrel gelten nicht als Antikoagulation.
Individuelle Abklärung ist entscheidend
Ob eine Therapie mit Donanemab sinnvoll ist, wird immer im Rahmen einer umfassenden Abklärung in unserer Memory Clinic entschieden. Dabei berücksichtigen wir medizinische Voraussetzungen, Risiken und den individuellen Krankheitsverlauf.
Wen zuweisen?
Alle Patientinnen und Patienten, (a) die über kognitive Defizite berichten, (b) bei denen Angehörige über Probleme berichten oder (c) bei denen Sie als Hausärztin / Hausarzt den Eindruck haben, dass sich die kognitive Leistungsfähigkeit oder das Verhalten verändert hat

Prof. Dr. Dr. med. Marc Aurel Busche
Departementsleiter / Chefarzt